Kobito

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KOBITO – Wenn du tust, was du liebst und es klingt, wie du bist.
Kombination aus Bild und Ton – nach diesem Untertitel eines Lehrfilms über Biologie, den Kobito damals in der Schule vorgesetzt bekam, hat er sich benannt. Soll noch mal jemand sagen, man würde aus der Schule nichts mitnehmen…

1986 als Kind einer Schauspielerin geboren, hielt Kobito sich während seiner Kindheit nie lange an ein und demselben Ort auf, sondern wuchs teilweise bei seinen Tanten im Rheinland, dann wieder im Intercity-Express auf dem Weg nach Polen oder Jugoslawien und anderswo auf.
Dann kam mit Berlin die erste Homebase. Schule, Freunde, Hip Hop, Freestyle Sessions – der Anfang war gemacht.

2006 gab es dann eine folgenschwere Begegnung: Kobito lernte den Rapper Refpolk kennen und schrieb mit ihm zusammen frei Schnauze erste Songs. MisterMo stieß dazu und so wurde 2007 die Band Schlagzeiln gegründet.
Erste Livekonzerte in Deutschland, Österreich, Dänemark und der Schweiz wurden auf die Beine gestellt. Das eigene Ding ins Leben zu rufen und zu festigen, andere davon zu überzeugen, dass man das Richtige tut – das waren nicht nur einfache Zeiten. Kobito lernte das Musikerleben in seiner reinsten Form zwischen Punkern, VoKü und ranzigen Matratzen kennen und lieben. Das hat ihn geprägt und selbstbewusster gemacht.
Ebenso kennen und lieben gelernt hat er die Berliner Rapperin Sookee. Gemeinsam starteten sie das Projekt Deine Elstern und landeten mit „Augen Zu“ Ende 2010 nicht nur in der eigenen Szene einen Hit, der ganz neue Türen aufstieß. Plötzlich fanden sich auf Shows nicht mehr ausschließlich Antifas und Skater ein, und eine breitere Masse lernte Kobito zu schätzen.

Kobito liebt seine Crews, die gemeinsamen Projekte und Kollaborationen, und „Augen zu“ ist nach wie vor einer seiner Lieblingssongs. Trotzdem wurde in ihm der Wunsch lauter, eigenständig etwas auf die Beine zu stellen, einfach allein das machen zu können, was einem im Kopf herumschwirrt.
Mit dem Album „Zu Eklektisch“ wagte er schließlich 2011 einen ersten Schritt in Richtung Unabhängigkeit.
Und jetzt, 2014 kommt „Blaupausen“. Die Erfahrungen aus den letzten Jahren sind in sein aktuelles Album miteingeflossen, die Musik ist noch emotionaler, gleichzeitig noch politischer, noch durchdachter geworden. „Blaupausen“ erscheint bei seinen neugewonnen Freunden von Audiolith Records. In Gegenwart von Politrap- Kollegen wie Captain Gips und Johnny Mauser fühlt er sich zweifelsohne zu Hause. Bei Live-Gigs begleiten ihn Kai Kani und MisterMo. Und auch das Ticktickboom-Kollektiv, zu dem er sich zählt, ist eine große Gemeinschaft. Und so ist er doch wieder beim Crew-Gedanken gelandet. Ganz auf eigene Faust geht es eben doch nicht. Wozu auch?